Reifenentsorgung in der Schweiz

Eine seriöse, umweltgerechte Altreifentsorgung kostet heute Geld. Der Grund dafür liegt in den geänderten Rahmenbedingungen der Branche. So muss man heute von über 50% Schrottanteil der Altreifen ausgehen. Das heisst konkret: Eine seriöse Reifenentsorgung kann nur noch kostenpflichtig sichergestellt werden.

Alle Unternehmen und Personen, welche sich mit Reifenhandel, -Montage und -Entsorgung beschäftigen, sind aufgerufen ihren Beitrag zur umweltgerechten Entsorgung der Altreifen zu leisten. Von den jährlich in der Schweiz anfallenden rund 60'000 Tonnen Altreifen landen heute über 10'000 Tonnen in wilden Deponien. Diesen unhaltbaren Zustand gilt es jetzt gemeinsam zu verbessern. Eine Arbeitsgruppe "Altreifenentsorgung" befasst sich - mit Unterstützung des BAFU und Verbraucherorganisationen - intensiv mit dieser Problematik.

Ziel/Absicht

  • Das Verursacherprinzip muss auch für Altreifen angewendet werden.
  • Die Altreifen dürfen nur noch gegen eine Gebühr entsorgt werden.
  • Diese Gebühr muss gegenüber dem Kunden beim Kauf von Neureifen deklariert werden.
  • Sie dient dazu, die Altreifenentsorgung im gesetzlichen Rahmen sicherzustellen.
  • Der Reifenhändler sowie der Garagist darf seine Altreifen nur noch an Entsorger mit einer entsprechenden Bewilligung abgeben.
  • Die Altreifenentsorger müssen ihre Warenflüsse gegenüber dem Gesetzgeber nachweisen können.

Umsetzung

  • Das BAFU erklärt im Rahmen der ab 01. Januar 2006 in Kraft tretenden Verordnung büer den Verkahr mit Abfällen (VeVA), Altreifen als kontrollpflichtige Abfälle. Altreifen sollen nur noch exportiert werden, wenn sie entweder die in der Schweiz vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufweisen, im Ausland zur Wiederverwendung aufbereitet oder dort umweltgerecht entsorgt werden.
  • Der Reifenhändler sowie der Garagist dürfen ihre Altreifen nur noch an Entsorger abgeben, welche über eine entsprechende Empfängerbewilligung verfügen.
  • Eine Empfängerbewilligung soll für Altreifenentsorger in Zukunft obligatorisch sein. Um diese von der jeweiligen kantonalen Behörde zu erlangen, müssen folgende Kriterien erfüllt werden:
    • Nachweis der Mengen Altreifen, welche eingesammelt und exportiert werden.
    • Nachweis der Mengen Altreifen, welche in die Zementwerke, andere Recycling-Anlagen oder zu den Runderneuerungswerken geliefert werden.
    • Nachweis einer erfolgreichen Entsorgungstätigkeit im Altreifengeschäft.
    • Es muss eine genügend grosse Lagerkapazität für Altreifen vorhanden sein.

Um die obgenannten Ziele und Absichten zu verwirklichen, braucht es eine breit angelegte Informations-Kampagne. Nur wenn jeder Beteiligte in der Entsorgungs-Kette in seinem Bereich die notwendigen Schritte veranlasst, ist es möglich, das Entsorgungsproblem für Altreifen in den Griff zu bekommen. Das Bundesamt für Umwelt BAFU sowie der Touring Club der Schweiz (TCS) unterstützen die Umsetzung der Altreifenentsorgung aktiv. Für alle Reifenhändler und Garagen ist es unumgänglich, mit einem seriösen Entsorger mit Empfängerbewilligung zusammenzuarbeiten. Solche Entsorger sind zum Beispiel im Reiben-Verband der Schweiz zusammengeschlossen.