4. Arbeitsbuch

Das Wichtigste in Kürze
Im Arbeitsbuch sollen Sie regelmässig (mind. einmal pro Monat) die Arbeiten, die Sie im Betrieb ausführen, dokumentieren. Dies kann schriftlich (am Computer oder von Hand) erfolgen und mit Fotos, Skizzen, Tabellen und Berechnungen ergänzt werden. Verwenden Sie dazu das Formular „Arbeitsbuch“ als Hilfe. Sie nummerieren die Arbeitsbuch-Einträge, führen Semester und Datum auf, benennen die Handlungskompetenz(en), die bei der ausgeführten Arbeit eine Rolle spielen und geben der Arbeit einen Namen, damit auch später klar ist, worum es beim Eintrag geht.

Selbstverständlich können Sie Ihr Wissen aus allen Lernorten (Lehrbetrieb, überbetriebliches Kurszentrum, Berufsfachschule) in das Arbeitsbuch einfliessen lassen.
Ihre Berufsbildnerin oder Ihr Berufsbildner informiert Sie:

  • Wer Ihnen erklärt, worauf Sie beim Führen des Arbeitsbuchs achten müssen.
  • Wer Sie beim Verfassen der ersten Arbeitsbuch-Einträge begleitet und wie viel Zeit Ihnen zum Üben zur Verfügung steht.
  • Wer Ihr Arbeitsbuch kontrolliert und sie mit Ihnen bespricht und wie häufig das passiert.
  • Bei wem Sie Hilfe holen können, wenn Sie Fragen haben.
  • Wie häufig von Ihnen ein Arbeitsbuch-Eintrag erwartet wird.
  • Wie viel Zeit Ihnen (nach einer ersten Übungsphase) wöchentlich während der Arbeitszeit zum Schreiben der Arbeitsbuch-Einträge zur Verfügung gestellt wird.

Das Arbeitsbuch hat zwei Funktionen:

  • Es unterstützt den Lernprozess, weil Sie die Arbeiten noch einmal durchgehen, dokumentieren und sich überlegen, wie Sie was ausgeführt haben.
  • Es dient als Nachschlagewerk und wichtiges Hilfsmittel während der beruflichen Grundbildung.

Im Arbeitsbuch wird eine Arbeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschrieben und dokumentiert:

  •  Der Arbeitsablauf wird beschrieben. In der Regel werden wichtige Arbeiten aus dem Alltag dokumentiert und in den Arbeitsbuch-Einträgen dargestellt.
  • Arbeitsausführung: Die Arbeitsausführung soll reflektiert werden. Was war das Ziel? Wie bin ich vorgegangen? Welche Hilfsmittel habe ich eingesetzt?
  • Verknüpfung mit Handlungskompetenzen: Die zu jeder Arbeit gehörenden Handlungskompetenzen sollen aufgeführt werden (evtl. gibt es auch Arbeiten, die keiner der Handlungskompetenzen zugeordnet werden können).
  • Selbstreflexion:

    • Habe ich die Arbeit zufriedenstellend ausgeführt? Was ist mir gut gelungen? Was ist mir weniger gut gelungen? Wo hatte ich Schwierigkeiten? Wie bin ich mit den Schwierigkeiten umgegangen? Was konnte ich selbstständig erledigen?
    • Gibt es Dinge, die ich bei einem nächsten Mal anders machen kann, um ein noch besseres Ergebnis zu erhalten?
    • Kann ich die Arbeit bei einem nächsten Mal selbstständig ausführen oder brauche ich noch weitere Unterstützung von meinem Berufsbildner oder meiner Berufsbildnerin? Wo brauche ich noch Unterstützung?

Legen Sie sich eventuell einen separaten Ordner für das Arbeitsbuch an oder benutzen Sie einfach das Register 4 dieser Dokumentation als Ablage für Ihre Einträge.

Gestalten der Arbeitsbuch-Einträge
Da Sie das Arbeitsbuch als Nachschlagewerkund später auch als Hilfsmittel brauchen können, achten Sie auf eine saubere Darstellung und möglichst fehlerfreie Texte. Illustrieren Sie die Einträge mit Skizzen, Zeichnungen, Fotografien oder Grafiken, damit Ihnen der Arbeitsvorgang auch später beim Nachlesen sofort wieder klar ist.

Wie erstellen Sie einen Arbeitsbuch-Eintrag?
Jetzt wird es konkret. Erstellen Sie einen Arbeitsbuch-Eintrag. Denken Sie daran, im Zentrum stehen die Fragen: Was habe ich gemacht? Wie habe ich es gemacht?

Vielleicht kann es helfen, wenn Sie den Arbeitsbuch-Eintrag mit einer Kollegin, einer anderen lernenden Person oder mit Ihrer Berufsbildnerin oder Ihrem Berufsbildner besprechen.

Dies tun Sie während der Zeit, die vom Lehrbetrieb dafür vorgesehen wurde, idealerweise immer am gleichen Wochentag, zum Beispiel amEnde jeder Arbeitswoche. Sie können sich für das Erstellen der Arbeitsbuch-Einträge Zeit nehmen, um das Erlebte und Gelernte der Woche zu verarbeiten.

Nehmen Sie das Formular «Arbeitsbuch» zur Hand und tragen Sie ein:
Nummer des Eintrags, Datum, Ihren Namen. Dann beschreiben Sie den Ablauf der erledigten Arbeiten. Nehmen Sie die Unterlagen zur Hand, die Sie gesammelt haben (evtl. im Teil 4 oder in einem separaten Ordner). Schauen Sie die Skizzen, Pläne, Fotos oder Illustrationen der Arbeiten durch. Welche eignen sich besonders gut zur Illustration?

Nachdem Sie den Arbeitsablauf für diese Woche ausgefüllt haben, widmen Sie sich den ergänzenden Informationen. Vielleicht haben Sie bestimmte Werkzeuge oder Maschinen gebraucht? Führen Sie diese auf. Zuallerletzt können Sie sich Gedanken zu Ihren Handlungskompetenzen machen und überlegen, was Sie gelernt haben. Was können Sie besser? In welchen Arbeitsbereichen hatten Sie noch Probleme (Fach- und Methodenkompetenz)? Wo konnten Sie Ihre Stärken einsetzen? Was ist nicht gut gelaufen und was wollen Sie nächste Woche verbessern im Kontakt mit anderen Menschen oder im Bereich Ihrer Selbstkompetenzen (Selbst- und Sozialkompetenz)?

Arbeitsbuch: Beispiele aus der Praxis
Manchmal sagt ein Beispiel mehr als tausend Worte. Schauen Sie sich die folgenden Beispiele von Arbeitsbuch-Einträgen an und lassen Sie sich inspirieren:

Beispiel 1 Arbeitsbuch Reifenpraktiker/in EBA (PDF 390 KB)
Beispiel 2 Arbeitsbuch Reifenpraktiker/in EBA (PDF 258 KB)
Beispiel 3 Arbeitsbuch Reifenpraktiker/in EBA (PDF 261 KB)

Die 6-Schritte-Methode
Diese Anleitung soll Ihnen aufzeigen, wie Sie das Arbeitsbuch motiviert und möglichst effizient erstellen können.

Dabei kann Ihnen die 6-Schritte-Methode behilflich sein. Sie beschreibt in sechs Schritten, wie Sie den Arbeitsbuch-Eintrag bestmöglich erstellen können und über Ihre Fortschritte, aber auch darüber, was nicht so gut gelaufen ist, nachdenken können.

Sie müssen sich Ihren Lern- und Arbeitsweg kreisförmig vorstellen, genauso wie die 6-Schritte-Methode dargestellt ist. Immer, wenn Sie einen Arbeitsbuch-Eintrag beendet haben, machen Sie sich daran, diesen gründlich auszuwerten und über sich und Ihre Fortschritte nachzudenken. Das nennt man Selbstreflexion. Auf Grund dieser Auswertung und Optimierung wissen Sie, wie Sie den nächsten Eintrag noch besser planen, organisieren und herstellen können. Das Kontrollieren und Verbessern gehört also immer zum Arbeitsprozess.

Ihre Einschätzung der Arbeitsbuch-Einträge bezüglich Inhalt, Darstellung und Sprache stellt die Selbstbeurteilung dar, die Besprechung des Bildungsberichts mit der Berufsbildnerin oder dem Berufsbildner ergibt die Fremdbeurteilung. Selbst- und Fremdbeurteilung gehören immer zusammen und sind gleich wichtig.

Grafik "Die 6-Schritte Methode" (JPG 114 KB)

  1. Informationen einholen
    Was muss ich alles wissen?
  2. Den Arbeitsbuch-Eintrag planen
    Welche Arbeit beschreibe ich?
    Wie beschreibe ich sie?
  3. Entscheiden, wie beim Erstellen des Arbeitsbuch-Eintrags vorgegangen wird
    Für welches Vorgehen entscheide ich mich?
  4. Den Arbeitsbuch-Eintrag realisieren
    Wie setze ich das geplante Vorgehen um?
    Halte ich mich an die festgelegten Regeln?
  5. Den Arbeitsbuch-Eintrag kontrollieren
    Habe ich alles beschrieben?
    Ist der Eintrag vollständig und korrekt?
  6. Den Arbeitsprozess auswerten und die Arbeit verbessern
    Was ist mir gut gelungen?
    Was muss ichverbessern?

 Vorlage Arbeitsbuch (DOC 93 KB)

 

Text dieser Webseite zum Ausdrucken
Kapitel 4 (DOC 8187 KB)

 

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